Diese Seite Drucken
Leistungsprofil
Selbstdarstellung
Kontakt

Kontakt:
ecoCasa Beratung
Kleppergasse 3
69151 Neckargemünd

Tel. 06223 / 862484
Fax. 06223 / 805426

eMail tsg@ecocasa.de

 

Bauratgeber / Bauschäden

Wie finde ich Bauschäden heraus?

Wer sich auch als Nichtfachmann bei einer ersten Besichtigung eines Altbaus ein Bild machen will, ob sich die nähere Untersuchung, beispielsweise mit Hilfe eines Architekten, rentiert, der sollte auf folgende typische Schwachstellen achten, die auf gravierende Bauschäden hindeuten können:
· Im Keller geht es vor allem um durchfeuchtete Wände durch ungenügende Isolation gegen drückende Nässe oder aufsteigende Nässe aus der Erdfeuchtigkeit. Dies kann Auflagerschäden der einbindenden Bauteile der Kellerdecke zur Folge haben (rostende Stahlträger, faulende Deckenbalken). Die Diagnose ist recht einfach (muffiger Geruch, Feuchteflecken), die Sanierung ist hingegen sehr aufwendig. Ebenfalls auf aufsteigende Feuchtigkeit deuten Salzausblühungen und Putzabplatzungen am Außensockel.
· An Fassaden sind Risse Alarmzeichen. Sie können auf Bewegungen im konstruktiven Gefüge (Setzungen, statische Mängel) zurückzuführen sein. Auch nicht abgestimmte Materialien, Wärmebrücken und Feuchteschäden können Risse und nachfolgende Putzabplatzungen zur Folge haben. Eine sorgfältige Analyse der Schadensursache ist angezeigt.
· Im Dachbereich findet man häufig Schäden an schlecht abgedichteten Anschlüssen und durch zerstörte Dachziegel. Dies hat in der Regel Schädigungen des Dachstuhls durch Fäulnis und Insektenbefall zur Folge. Ob das Holz des Dachstuhls noch tragfähig ist, kann die "Schraubenzieherprobe" zeigen. Bleibt der Schraubenzieher fest im Holz stecken und lösen sich keine Brocken, sondern allenfalls Späne beim Herausziehen, dann ist der Sparren noch in Ordnung.
· Auch ins Mauerwerk einbindende Auflager sind ein Schwachpunkt, an dem sich oft Fäulnis ausbreitet. An sie kommt man aber schlecht heran. Bei ausgebautem Dachstuhl kann auch eine mangelhafte Dichtigkeit der Konstruktion zu Bauschäden führen. Das kann zuverlässig nur der Fachmann feststellen. Allerdings gibt eine Kerze Hinweise, die bei geschlossenen Fenstern und Türen nicht flackern sollte.
· Auf dem Dach sind die Kaminköpfe besonderer Verwitterung ausgesetzt und können in ihrer Standsicherheit beeinträchtigt sein. Schäden sind oft schon aus größerer Entfernung zu erkennen. Die "Begehung" des Daches ist allerdings nicht ungefährlich und sollte dem Fachmann überlassen bleiben. Innen können die Kamine versotten, weil die Abgase zu rasch abkühlen, wenn der Querschnitt zu groß ist. Dann bilden sich nach einiger Zeit hartnäckige Versottungsflecken in den Wohnräumen. Durch Einziehen eines Stahl- oder Keramikrohres kann dieser Schaden dauerhaft beseitigt werden.
· Flachdächer, Dachterrassen und Balkone haben häufig eine schadhafte Abdichtung und schlechte Entwässerung. Mangelndes Gefälle, verbogene Bleche und verstopfte Abflüsse sorgen für ständige Wasserpfützen, von denen Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringt. An Balkonen machen vor allem rostende Stahlträger Probleme. Man erkennt sie an Abplatzungen an der Unterseite. Ursache sind Wärmebrücken oder mangelhafte Abdichtung.
· Innenwände sollte man sorgfältig auf Risse und Feuchteflecken untersuchen, die auf Bauschäden hindeuten. Hohlstellen unter abplatzendem Putz können aber auch harmlos sein, wenn sie durch schlecht verputzte Fachwerkbalken entstehen. An der Innenseite von Hausecken und an in die Außenwand einbindenden Innenwänden deuten Schimmelflecken und erhöhte Feuchtigkeit auf mangelhafte Isolierung der Außenwände hin.
· Holzbalkendecken haben häufig Schäden an den in die Wand einbindenden Balkenköpfen. Zuverlässig läßt sich das nur beurteilen, wenn die Decke geöffnet wird. Einen ersten Hinweis darauf erhält man, wenn man in der Nähe der Außenwand (besonders an der Wetterseite) auf der Stelle hüpft. Der Boden sollte dann nicht stärker ins Schwingen geraten als beim Hüpfen in der Zimmermitte. Besonders problematisch wird es, wenn die Holzbalkendecke an der Unterseite mit Stuck verkleidet ist. Dann ist eine Sanierung, ohne die Stuckdecke zu zerstören, sehr aufwendig.
· Fenster und Türen können mit einem Papierstreifen leicht auf ihre Dichtigkeit untersucht werden. Wird der Streifen eingeklemmt und läßt sich dennoch leicht herausziehen, so ist die Tür undicht.



Welche Arbeiten werden wann fällig?

Selbst wenn man zunächst mit geringem Renovierungsaufwand in das alte Haus einziehen kann, ist es für die Finanzierung wichtig zu wissen, wann größere Belastungen fällig werden, weil Bauteile in bestimmten Abständen Erhaltungsinvestitionen verlangen. Aufgrund von Erfahrungswerten beträgt die Haltbarkeit von
· Außenanstrichen von Fenstern und Türen 5 bis 10 Jahre
· Anstrichen von Fassaden, Kaminköpfen, Dachrinnen, Fallrohren 10 bis 20 Jahre
· Dächern aus Teerpappe und Schindeln, Außenputz, Plattenverkleidungen im Außenbereich, Fensterläden und Rolläden, Heizungsanlagen 20 bis 30 Jahre
· Wasserleitungen und Elektroinstallationen 30 bis 40 Jahre
· Fenstern und Außentüren, Geländern aus Schmiedeeisen, Heizkörpern 40 bis 50 Jahre
· Dacheindeckungen aus Ziegel oder Schiefer, Fensterbänken, Fußböden aus Weichholz 50 bis 60 Jahre
· Dachstühlen, Fußböden aus Hartholz 80 bis 100 Jahre.